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Evangelische Brüder-Unität

Die Unitas Fratrum oder Evangelische Brüder-Unität ist ein Zweig der christlichen Kirche, der 1457 in Böhmen (Mitteleuropa) entstand und eine eigene Identität entwickelte. Sie ging aus der großen religiösen Erweckungsbewegung am Ende des Mittelalters und aus der böhmischen Reformation hervor, in der die Schriften von Wycliffe großen Einfluss hatten und deren bedeutendster Anführer Jan Hus war. Innerhalb der böhmischen Bewegung repräsentierte Peter von Chelcitz die Traditionen des östlichen Puritanismus und der Freiheit der Religion von staatlicher Kontrolle. Inmitten dieser Einflüsse wurde die Unitas Fratrum (lateinisch für Brüder-Unität) gegründet. Sie wurde geleitet von Gregor dem Patriarchen, war dem dreifachen Ideal von Glauben, Gemeinschaft und Freiheit verpflichtet und legte den Schwerpunkt auf das praktische christliche Leben und nicht auf Doktrin oder Kirchentradition. Die Zahl ihrer Anhänger wuchs rapide an. Die Unitas Fratrum orientierte sich am Vorbild des Gemeinschaftslebens, wie es in der biblischen Urgemeinde praktiziert worden war. Von den Waldensern (siehe Beschreibung der Waldenserkirche) übernahm sie die traditionellen Ordnungen der kirchlichen Ämter, einschließlich des Episkopats, und wurde so zu einer unabhängigen Kirche.

In den Wirren der Gegenreformation wechselten Zeiten der Verfolgung mit Zeiten verhältnismäßiger Ruhe, bis die Unitas Fratrum 1620 schließlich zusammen mit anderen protestantischen Kirchen Opfer schärfster Unterdrückung wurde. Eine "verborgener Saat" keimte in Böhmen und im benachbarten Mähren, um hundert Jahre später in der Erneuerten Brüder-Unität wieder aufzugehen. Von 1722 bis 1727 fanden einige Familien aus Mähren, die die Traditionen der alten Unitas Fratrum bewahrt hatten, Zuflucht auf dem Gut von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf in Sachsen. Auch für andere Menschen mit sehr unterschiedlichen religiösen Überzeugungen wurde dieser Ort zu einer Heimstatt, an der sie ihre Religion frei ausüben konnten. Zwischen diesen unterschiedlichen Gruppierungen kam es jedoch zu Streit - bis sie am 13. August 1727 ein neues Pfingsten erlebten und ein tiefes und einschneidendes Einheitserlebnis hatten. Aus dieser bewussten Einheitserfahrung heraus erwuchs ein bemerkenswerter missionarischer Eifer, und die Missionsarbeit begann 1732 bei den Sklaven auf der westindischen Insel St. Thomas. Innerhalb nur eines Jahrzehnts wurden die missionarischen Anstrengungen auf Grönland, Surinam, Südafrika, Westafrika, Algerien, die russische Arktis, Ceylon (Sri Lanka) sowie auf die aus Afrika stammenden Sklaven und die Indianer in Nordamerika ausgeweitet.

Die Brüder-Unität hat in ihrer ganzen Geschichte betont, dass die christliche Gemeinschaft keine nationalen oder rassischen Schranken kennt. Die Unitas Fratrum bewahrt ihre Einheit als kostbaren Schatz, den ihr der Herr anvertraut hat. Sie bekennt sich zur Einheit der ganzen Menschheit durch die Versöhnung, die uns in Christus geschenkt worden ist. Daher liegt die ökumenische Bewegung der Brüder-Unität ganz besonders am Herzen. Eine einfache Erklärung mit der Überschrift "Der Grund der Unität" ist das Basis-Dokument und "Der Bund für christliches Leben", der auf die Erneuerung von 1732 zurückgeht, legt Leitlinien für das gemeinsame Leben und Zeugnis fest.

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Letzte Aktualisierung: 1.1.2006