This knowledge database shares a wide variety of data about the churches, conciliar and confessional bodies related to the WCC (statistics on church memberships, number of churches, congregations, pastors, links, etc.), as well as information about the different regions and countries they represent.

Freunde (Quäker)

Quäker - auch Freunde oder Religiöse Gesellschaft der Freunde genannt - können ihre Entstehungsgeschichte bis zum Jahr 1652 zurückverfolgen und halten George Fox, der damals als Wanderprediger im Nordwesten Englands wirkte, für ihren Begründer. Zusammen mit anderen "Suchenden" verkündigte Fox in den Wirren der damaligen Zeit die Botschaft von der unmittelbaren persönlichen Gotteserfahrung, ausgehend von der Heiligen Schrift und in einem eindeutig christlichen Rahmen. Seine Theologie war mit der anabaptistischer Gruppen jener Zeit verwandt, doch blieben die Quäker für sich. Die unmittelbare persönliche Erfahrung des Heiligen Geistes wurde als das "innere Licht" umschrieben oder als "etwas von Gott in jedem Menschen". Gestützt auf die Lehren Jesu und im Bewusstsein von der Gegenwart des Reiches Gottes lehnen die Quäker es ab, das zu töten, was in einem Mensch "von Gott" ist und verweigern den Kriegsdienst. Sie gelten allgemein als Pazifisten. Mit den Mennoniten und der Kirche der Brüder (Church of the Brethren) gehören sie zu den historischen "Friedenskirchen". Im Namen der Quäker in aller Welt wurden 1947 zwei Quäker-Organisationen in Anerkennung der internationalen Quäker-Hilfe mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Angetrieben von einem starken Verkündigungseifer verbreiteten die Quäkerprediger (alle unbezahlt) ihre Botschaft in ganz Großbritannien und Irland, Nordeuropa, den britischen Kolonien, auf dem amerikanischen Doppelkontinent und in der Karibik. 1682 erhielt William Penn vom König eine Konzession für eine Kolonie, die heute Pennsylvania heißt. Er gründete deren Hauptstadt Philadelphia, die bis heute ein Zentrum des liberalen Quäkertums ist. Mit dem Wachstum der Quäker in den Kolonien und ihrer weiteren Ausbreitung im Zuge der territorialen Westexpansion der USA unterlagen ihr Glaube und ihre Glaubenspraxis verschiedenen Einflüssen. Heute gibt es vier Richtungen im Quäkertum: eine evangelikale, eine "programmierte" (mit Pastoren/innen), eine konservative und eine liberale, "unprogrammierte" Richtung, deren Anhänger sich zu stillen Andachten versammeln, um sich der Gegenwart Gottes zu öffnen. Alle Richtungen berufen sich auf George Fox und die frühen Quäker.

Anfang des 20. Jahrhunderts entsandten Quäker aus Nordamerika und Europa Missionare nach Lateinamerika, Afrika und Indien. Heute findet sich die größte Ansammlung von Quäkern in Ostafrika; es handelt sich um "programmierte" Freunde, die Pastoren/innen anstellen. Evangelikale Freunde findet man in Zentralafrika, Indien, Peru, Bolivien, Taiwan und Zentralamerika. Liberale Freunde sind vornehmlich in Europa, Zentral- und Südafrika sowie im Nordosten der USA zu finden. Die Organisation der Religiösen Gesellschaft der Freunde - so die übliche denominationelle Bezeichnung - kennt monatliche Versammlungen von örtlichen Andachtskreisen oder Gruppen, Bezirksversammlungen und Jahresversammlungen. Außerdem gibt es Dachorganisationen wie Evangelical Friends International, Friends United Meeting ("programmierte" Tradition) und Friends General Conference (liberal "unprogrammierte" Tradition), denen jeweils mehrere Jahresversammlungen angehören.

Mitglieder

Letzte Aktualisierung: 1.1.2006