Russische Orthodoxe Kirche

Kirchenfamilie:Östlich-orthodoxe Kirchen
Hauptsitz in:Russische Föderation
Vertreten in:
Mitgliederzahl*:

Zur Mitgliederzahl

Die statistischen Angaben zur Zahl der Kirchenmitglieder, Kirchen, Gemeinden, Pfarrer/innen usw. stammen, wenn nicht anders angegeben, von den Kirchen und Organisationen selbst. Die ÖRK-Mitgliedskirchen wenden unterschiedliche Methoden zur Definition ihrer Mitgliedschaft an: in den Staatskirchen werden praktisch alle Bürger/innen getauft und somit als Mitglieder gezählt; andere Kirchen führen alle Getauften, auch wenn sie sich nicht aktiv am Kirchenleben beteiligen, als Mitglieder an; sodann gibt es Kirchen, in denen nur getaufte Erwachsene oder Getaufte, die am Abendmahl teilnehmen, gezählt werden, usw. Es ist kein Versuch unternommen worden, die Mitgliederzahlen nach solchen Kategorien zu klassifizieren, weil es dafür keine vereinbarten Kriterien gibt.

164100000
Bischöfe/-innen:203
Klerus:30670
Diözesen:157
Gemeinden:29268
Heilige Synoden:1
Klöster:804
Theologische Institute:87
Mitglied von:
 WCC (1961) 
Assoziiertes Mitglied von:
Regelmäßige Publikationen:The Journal of the Moscow Patriarchate (monthly, in Russian)
Website: www.mospat.ruwww.patriarchia.ru
(Русская Православная Церковь)

Verteilung der Mitgliederschaft:

 

Verteilung der Gemeinden:

- Russische Föderation: 113,500,000
- Ukraine : 30,000,000
- Weißrussland: 8,200,000
- Moldawien: 4,100,000
- Kasachstan: 5,900,000
- Zentralasien: 1,000,000
- Baltikum: 1,400,000

- Russische Föderation: 12,638
- Ukraine : 10,377
- Weißrussland: 1,319
- Moldawien: 1,520
- sonstige ehemalige UdSSR: 461
- alle übrigen Länder: 275

Die Russische Orthodoxe Kirche ist eine multi-ethnische, lokale autokephale Kirche, die im Gebet, im Glauben, in den Sakramenten und im kanonischen Recht Gemeinschaft mit anderen lokalen orthodoxen Kirchen hat. Ihre Jurisdiktion gilt für Menschen orthodoxen Glaubens, die auf dem kanonischen Territorium der Russischen Orthodoxen Kirche leben, einschließlich Russland, Ukraine, Weißrussland, Moldawien, Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisien, Lettland, Litauen, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan und Estland, sowie für Orthodoxe, die aus freiem Entschluss Mitglieder dieser Kirche sind und in anderen Ländern leben. Zum Patriarchat von Moskau gehören autonome und selbstverwaltete Kirchen. Zu letzteren gehören die Lettische Orthodoxe Kirche, die Orthodoxe Kirche von Moldawien und die Estnische Orthodoxe Kirche. Die Ukrainische Orthodoxe Kirche ist selbstverwaltet und genießt das Recht einer weitreichenden Autonomie.

Die autonome Japanische und die autonome Chinesische Orthodoxe Kirche sind unabhängige Kirchen mit Entscheidungsfreiheit in ihren eigenen inneren Angelegenheiten. Sie sind mit der universalen Orthodoxie durch die Russische Orthodoxe Kirche verbunden.

Im 9. und 10. Jahrhundert waren christliche Missionare verstärkt in Russland tätig. Um 988 empfing Großfürst Wladimir die Taufe und erklärte das Christentum zur offiziellen Religion in seinem Herrschaftsbereich. Zunächst ließ er Priester aus Byzanz kommen und richtete eine griechische Hierarchie mit einem Metropoliten an der Spitze ein. Von Anfang an wurde die slawische Sprache im Gottesdienst verwendet und nach und nach wurden die griechischen Geistlichen von russischen abgelöst. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde der Metropolitensitz von Kiew nach Moskau verlegt. Das Patriarchat von Moskau wurde 1589 von Jeremias II., dem Patriarchen von Konstantinopel, eingerichtet. Peter der Große (1676-1725) schaffte das Amt des Patriarchen ab und ersetzte es mit dem Heiligen Synod, dessen Mitglieder vom Zaren ernannt wurden und jederzeit abgesetzt werden konnten. 1917-18 kamen in Moskau Bischöfe, Gemeindepriester und Laien zu einem großen Konzil zusammen, um eine gründliche Neuordnung des gesamten kirchlichen Lebens einzuleiten und insbesondere das Patriarchat wieder einzuführen.

Die obersten Leitungsgremien der Russischen Orthodoxen Kirche sind die örtliche Synode, die Bischofssynode und der Heiligen Synod, dessen Vorsitz der Patriarch von Moskau und ganz Russland führt. Der Patriarch wird auf Lebenszeit gewählt. Die Ortssynode setzt sich aus den Bischöfen sowie aus Vertretern und Vertreterinnen der Geistlichkeit, des Mönchstums und der Laienschaft zusammen. Sie legt die Lehre der orthodoxen Kirche aus und wahrt die lehrmäßige und kanonische Einheit mit den lokalen orthodoxen Kirchen. Sie befasst sich darüber hinaus mit den internen Angelegenheiten des kirchlichen Lebens, kanonisiert Heilige, wählt den Patriarchen von Moskau und ganz Russland und legt das Verfahren einer solchen Wahl fest. Die Bischofssynode besteht aus den Diözesanbischöfen und den Vikarbischöfen und kommt alle vier Jahre zusammen. Der Heilige Synod unter dem Vorsitz des Patriarchen von Moskau und ganz Russland ist das Leitungsorgan der Russischen Orthodoxen Kirche zwischen den Bischofssynoden. Neben dem Patriarchen besteht der Synod aus 12 Mitgliedern – sieben ständigen (größtenteils dienstälteste Metropoliten) und fünf vorübergehenden Mitgliedern, die unter den Diözesanbischöfen ausgewählt werden.

Die Kirche hat ein kirchliches Außenamt sowie Dienststellen für Katechismus und religiöse Ausbildung, Wohlfahrt und soziale Dienst, Mission, Jugend, Militärseelsorge, ein Verlagshaus, einen Bildungsausschuss und ein Kanzleramt. Es gibt fünf theologische Akademien, 32 Seminare, 43 Proseminare, ein theologisches Institut, zwei orthodoxe Universitäten, sechs pastorale Ausbildungskurse, zwei theologische Diözesanschulen für Frauen, mehrere Schulen und Abteilungen für Chorleitung und Ikonenmalerei sowie Sonntagsschulen in fast allen Gemeinden.

Die Russische Orthodoxe Kirche veröffentlichte im Jahr 2000 zwei wichtige Dokumente: Grundlagen des Sozialkonzepts der Kirche und Grundprinzipien der Haltung der Kirche gegenüber den Nicht-Orthodoxen.

Letzte Aktualisierung:01.05.2009