Zentralausschuss diskutiert Erklärung zur Einheit

5.09.12

Alice Fabian stellt dem Zentralausschuss die Erklärung zur Einheit vor.

Am 30. August 2012 wurde dem Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) im Rahmen seiner 60. Tagung der Entwurf für eine Erklärung zur Einheit der Christen präsentiert, die der 2013 stattfindenden 10. ÖRK-Vollversammlung vorgelegt werden soll.

 

Der Zentralausschuss ist oberstes Leitungsgremium des ÖRK in der Zeit zwischen zwei Vollversammlungen und vertritt die 349 ÖRK-Mitgliedskirchen. Er tritt etwa alle achtzehn Monate zusammen und tagt derzeit in der Orthodoxen Akademie von Kreta in Kolympari, Griechenland.

 

Laut der Erklärung ist die Kirche ein „Vorgeschmack auf die neue Schöpfung“, aufgerufen, „für die ganze Welt ein Zeichen für das Leben zu sein, das Gott für alle vorsieht“. Die Kirche wird gepriesen als ein Instrument, „die frohe Botschaft von Gottes Reich der Gerechtigkeit, des Friedens und der Liebe zu verbreiten“.

 

Dr. Mary Tanner, ÖRK-Präsidentin aus Europa und Vorsitzende der Redaktionsgruppe für die Erklärung zur Einheit, sagte: „Es gelang uns, ein Verständnis für die ganzheitliche Vision der Einheit zu entwickeln, und wir sehen die Notwendigkeit, mit einem ganzheitlichen Programm fortzufahren – ein Programm, dessen unterschiedliche Teile sich gegenseitig ständig hinterfragen und gegenseitig erhellen und so zu einer umfassenden biblischen Vision von Einheit beitragen.“

 

Sie wies darauf hin, dass der Text „die Erkenntnisse der ökumenischen Reise“ sei, die wir „unserer Generation weiterzugeben haben“.

 

Alice Fabian, ein Mitglied der Redaktionsgruppe von der Vereinigte Kongregationalistische Kirche des südlichen Afrika, sprach über die Vision der Erklärung. Sie legte dar, dass die Gruppe bemüht gewesen sei, ein „ansprechendes, schönes und poetisches Schriftstück“ zu verfassen, „welches das Wesen unseres kreativen Gottes, Gottes als Schöpfer, widerspiegelt“.

 

Weiterhin sagte sie, die Gruppe habe sich darum bemüht, dass das Dokument „die wertvolle theologische Arbeit der Vergangenheit bekräftige, die heutigen Gegebenheiten anerkenne und Hoffnung und Anleitung für den weiteren Weg hin zu sichtbarer Einheit gebe“.

 

Die Erklärung beginnt mit einer Reflexion über Erfahrungen und weist dabei auf die Spannung zwischen Hoffnung und Verzweiflung in unserer heutigen Welt und eine ähnliche Dynamik zwischen Momenten der Feier und solchen der Trauer in unseren Kirchen hin. Sie ruft dringend dazu auf, Gottes Gabe der Einheit zu bekräftigen und erneut auf den Aufruf zu reagieren, dieser Einheit in der Kirche und der ganzen Schöpfung größere Sichtbarkeit zu verleihen.

 

ÖRK-Generalsekretär, Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, sagte, die Erklärung zur Einheit sei ein bedeutsamer Beitrag zum Thema der kommenden 10. ÖRK-Vollversammlung in Busan, „Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden“.

 

„Wir sind aufgerufen, dies dort, wo wir leben, in das Leben der Menschheit zu bringen und in unser Engagement für die Einheit der ganzen Schöpfung einzubinden, indem wir das Gleichgewicht des Lebens und die besonders gefährdeten Aspekte und die schwierigsten Verhältnisse des Lebens achten“, sagte er.

 

In seinen Überlegungen über die Art und Weise, wie diese Erklärung das Leben des ÖRK inspirieren kann, versicherte er: „[Es ist heute] noch dringlicher, dass wir unsere Bemühungen, die Einheit der Kirche sichtbar zu machen, fortsetzen, um ein einheitlicheres Verständnis unseres Glaubens und unserer Berufung zu erlangen, und dass dies in einem gemeinsamen Dienst und dem Teilen der Sakramente Ausdruck findet.“

 

Die Erklärung soll der 10. ÖRK-Vollversammlung in Busan, Republik Korea, im Herbst nächsten Jahres vorgelegt werden. Ihre Erarbeitung erfolgte auf Antrag des Zentralausschusses im Jahr 2011.

 

Weitere Informationen über die Zentralausschusstagung

 

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