ÖRK-Generalsekretär gratuliert neuem Papst

13.03.13

Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires, wurde zum neuen Papst gewählt. Photo: VanKleinen

Pastor Dr. Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), übermittelte dem neuen Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Papst Franziskus I., ökumenische Glückwünsche und bekräftigte, die Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche fortsetzen zu wollen.

 

Tveit sagte, die Wahl von Papst Franziskus I. „ist ein Wendepunkt im Leben der römisch-katholischen Kirche, sie hat aber auch Auswirkungen auf das Leben von Mitgliedern anderer Kirchen und Anhängern anderer Religionen.“

 

Mit Blick auf die Wahl von Kardinal Jorge Bergoglio aus Argentinien zum ersten Papst aus dem globalen Süden erklärte Tveit, dass der ÖRK gemeinsam mit Franziskus I., „dessen einfacher Lebensstil sein Engagement für soziale Gerechtigkeit und seinen Einsatz für die Armen widerspiegelt“, seine Verpflichtung, nach Gerechtigkeit und Frieden zu streben, bekräftige.

 

„Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er Jahren führen die römisch-katholische Kirche und der Ökumenische Rat der Kirchen einen konstruktiven Dialog und arbeiten in vielen Fragen des Glaubens, des Zeugnisses und der fundamentalen Einheit des ganzen Leibes Christi zusammen“, so Tveit weiter.

 

„Wir haben erkannt, dass wir gemeinsam Pilger in der einen ökumenischen Bewegung sind; und wir sind besonders dankbar für die Art und Weise, wie die katholische Kirche im Hinblick auf sehr wichtige Anliegen wie Einheit, Ekklesiologie, Mission und interreligiöser Dialog mit uns zusammenarbeitet.“

 

„In enger Zusammenarbeit mit Papst Franziskus I. wollen wir diese in der Vergangenheit so sorgfältig entwickelte positive Beziehung mit der katholischen Kirche weiter ausbauen“, versicherte Tveit.

 

Die römisch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche im ÖRK, aber durch die Gemeinsame Arbeitsgruppe konnte eine enge Zusammenarbeit entstehen. Delegierte und Beobachter nehmen an wichtigen Tagungen des jeweils anderen teil und in vom ÖRK verwalteten Gremien wie der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung und der Kommission für Weltmission und Evangelisation ist die römisch-katholische Kirche offiziell vertreten.

 

Kardinal Bergoglio, ehemaliger Erzbischof von Buenos Aires, wurde am Mittwoch, dem 13. März, während des Konklaves im Vatikan vom Kardinalskollegium zum Papst gewählt.

 

Führungspersonen von ÖRK-Mitgliedskirchen in Lateinamerika reagierten positiv auf die Wahl von Papst Franziskus I.

 

„Wir gratulieren Franziskus I., dem ersten Lateinamerikaner, der zum Papst gewählt wurde. Wir kennen die Arbeit Bergoglios in seiner Diözese in Buenos Aires und schätzen ihn sehr als einen Menschen, der eine besondere Sensibilität für soziale Probleme und für den ökumenischen Dialog hat“, erklärte Pastor Nilton Giese, Generalsekretär des Lateinamerikanischen Rates der Kirchen.

 

„Die Evangelische Kirche am La Plata, Argentinien, gratuliert den Gläubigen der römisch-katholischen Kirche zu der Wahl eines neuen Papstes, der erstmals in der Geschickte aus Lateinamerika stammt“, sagte Pastor Antonio Carlos Alfredo Duarte Voelker, Präsident der Evangelischen Kirche am La Plata. „Wir sind auch überzeugt, dass die vielen Jahre der pastoralen Erfahrung dem neuen Papst helfen werden, eine neue Vision für alle zu entwickeln, die unter Verfolgung oder Marginalisierung aller Art leiden.“

 

Tveit fügte hinzu: „Ein wichtiger Aspekt der ökumenischen Bewegung ist das Konzept der gegenseitigen Verantwortlichkeit. Wir im Ökumenischen Rat der Kirchen bieten Papst Franziskus I. und der ganzen römisch-katholischen Kirche in diesem Sinne unsere Zusammenarbeit an. Wir werden weiterhin in einer von Liebe und Anerkennung geprägten Beziehung mit unseren katholischen Schwestern und Brüdern zusammenwirken. So werden wir in Gnade und Hoffnung gemeinsam wachsen hin zu der wahren Einheit aller Gläubigen, für die Christus gebetet hat.“

 

„Heutzutage lebt die große Mehrheit der Christen im globalen Süden“, so Tveit. „Und die Ausbreitung des Christentums im Süden wird voraussichtlich weitergehen. Diese Verschiebung hat bereits große Auswirkungen auf das Weltchristentum. In diesem Kontext werden wir unseren Weg fortsetzen, zusammenarbeiten, unsere Beziehungen ausbauen und uns den wichtigen Bedürfnissen aller Menschen in der heutigen Welt widmen.“

 

„Lassen Sie uns diese Gelegenheit nutzen, um für und mit Papst Franziskus I. zu beten und zu bekräftigen, dass wir einander brauchen, um den Herausforderungen der Welt von heute zu begegnen“, schloss Tveit.

 

Erklärung des ÖRK-Generalsekretärs im Wortlaut