Frauen mit Behinderungen wehren sich gegen Gewalt

8.03.13

Micheline Kamba während ihrer Rede auf der EDAN-Konferenz. © Moses Sembo

Frauen mit Behinderungen werden oft aus der Gesellschaft ausgeschlossen und nicht mehr als Empfängerinnen der Gabe Gottes betrachtet“, erklärte Pfarrerin Micheline K. Kamba jüngst auf einer Konferenz des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Es sei wichtig, dafür zu beten, dass in der besorgniserregenden Situation der Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen gehandelt werde.

 

Micheline Kamba, Mitglied des ÖRK-Zentralausschusses aus der Demokratischen Republik Kongo, lebt mit einer Behinderung und arbeitet als freiwillige Koordinatorin des ökumenischen Aktionsbündnisses von und für Menschen mit Behinderungen (EDAN) für das frankophone Afrika. EDAN ist ein Projekt des ÖRK.

 

Auf der EDAN-Konferenz, die vom 27. Februar bis 2. März in Johannesburg, Südafrika, stattfand, sprach Kamba über die Ausgrenzung von Frauen mit Behinderungen und ermutigte die Kirchen, sich proaktiver für den Schutz der Rechte dieser Frauen zu engagieren.

 

„Die meisten Frauen mit Behinderungen leben mit schweren psychischen Problemen. Für sie ist es schwierig, zu erkennen, dass Gott auf ihrer Seite steht. Sie glauben, sie seien verflucht und würden der Gesellschaft ‚Pech‘ bringen“, erläuterte Kamba.

 

„Vor dem Hintergrund der deutlichen Aussage des ÖRK für Frieden und Versöhnung muss dringend eine Lösung gefunden werden. Diese Aussage hebt hervor, dass ‚wahrer Friede‘ möglich ist, wenn Frauen, die in ihrem inneren Wesen erdrückt werden, ihre Daseinsberechtigung, den Sinn ihres Lebens finden können“, meinte Kamba.

 

Des Weiteren erzählte sie, die Erfahrungsberichte von Frauen mit Behinderungen auf der 9. ÖRK-Vollversammlung in Brasilien im Jahr 2006 und auf der Internationalen ökumenischen Friedenskonvokation in Jamaika im Jahr 2011 zeigten ihre Anfälligkeit für Missbrauch, Belästigung und Vergewaltigung.

 

„Aus diesem Grund wären Frieden, Versöhnung und Heilung möglich, wenn wir dank unseren Bemühungen ein positives Bild der überlebenden Frauen mit Behinderungen aufbauen könnten“, sagte sie.

 

„Diese Bemühungen müssen begleitet werden, indem die ökumenische Zusammenarbeit unter Frauen unterschiedlicher Herkunft gefördert wird. Eine solche Sensibilisierung kann die Frauen befähigen und ihnen helfen, sich gegen alle Arten von Missbrauch aufzulehnen“, schloss Kamba.

 

Die EDAN-Konferenz befasste sich mit dem Gebet „Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden“, dem Thema der anstehenden 10. ÖRK-Vollversammlung in Busan, Republik Korea, und berief sich dabei auf die Gedanken zu „Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen“.

 

An der Konferenz nahmen rund dreißig international angereiste Personen teil, darunter Frauen mit Behinderungen aus der Demokratischen Republik Kongo, aus Madagaskar, Burundi, Kenia, Südafrika, Togo und den USA.

 

Gastgeber der Veranstaltung war „The Haven“, eine Anlaufstelle in Pietermaritzburg, Südafrika, die Schutz für Opfer von häuslicher Gewalt und Missbrauch bietet.

 

Kirchen behandeln Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen (ÖRK-Pressemitteilung vom 8. März 2013, auf Englisch)

 

Weitere Informationen zum ökumenischen Aktionsbündnis von und für Menschen mit Behinderungen

ÖRK-Programm „Gerechte und integrative Gemeinschaften“