Häufig gestellte Fragen
Die Pfarrerin der evangelisch-methodistischen Kirche in Unalaska, USA, hört aufmerksam den Fragen eines Kindes zu. Foto: Paul Jeffrey/ÖRK

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Was ist der Ökumenische Rat der Kirchen?

Der Ökumenische Rat der Kirchen ist eine christliche Organisation, die die Einheit der Christen anstrebt. Sie ist eine freiwillige Gemeinschaft (Verband) von Kirchen, die den Herrn Jesus Christus als Gott und Heiland bekennen. Mehr Informationen finden Sie unter Wer sind wir?  

Was tut der ÖRK?

Die Kirchen in der Gemeinschaft des ÖRK wollen die ökumenische Vision verwirklichen, indem sie:

  • die sichtbare Einheit im einen Glauben und der einen eucharistischen Gemeinschaft anstreben;

  • ihr gemeinsames Zeugnis in der Missions- und Evangelisationsarbeit stärken;

  • sich im christlichen Dienst engagieren und menschliche Not lindern, Schranken zwischen Menschen niederreißen, Gerechtigkeit und Frieden fördern und die Schöpfung bewahren.

Mehr Informationen finden Sie unter Programme.

Seit wann gibt es den ÖRK?

Offiziell gegründet wurde der Ökumenische Rat der Kirchen 1948 auf der Ersten Vollversammlung in Amsterdam (Niederlande). Mehr Informationen über diese Vollversammlung und die Geschichte des ÖRK finden Sie unter Geschichte des ÖRK.

Was will der ÖRK bewirken?

Ziel des ÖRK ist die sichtbare Einheit der Kirche. Dies setzt einen Prozess der Erneuerung und Veränderung voraus, in dem die Mitgliedskirchen zusammen beten, Gottesdienst halten, diskutieren und arbeiten. Mehr Informationen finden Sie unter Wer sind wir?

Wie viele Kirchen waren zu Anfang dabei?

147 vorwiegend protestantische Kirchen vor allem aus Europa und Nordamerika.  

Wie viele Mitgliedskirchen hat der ÖRK heute?

Der ÖRK hat 349 Mitgliedskirchen. Diesen Kirchen gehören insgesamt rund 560 Millionen Gläubige an (allerdings berechnen die Kirchen ihre Mitglieder nach unterschiedlichen Methoden). Die Mitgliedskirchen kommen heute aus über 110 Ländern auf allen Kontinenten und schließen orthodoxe, anglikanische, protestantische, vereinigte und andere Kirchen ein. Die Mehrzahl der Mitgliedskirchen kommt aus dem Süden. Mehr Informationen finden Sie unter Mitgliedskirchen.

Ist die römisch-katholische Kirche Mitglied?

Nein, obwohl die Verfassung eine Aufnahme der römisch-katholischen Kirche (RKK) keineswegs ausschließt; sie hat jedoch nie einen Aufnahmeantrag gestellt. Einer der Gründe dafür ist das Selbstverständnis der RKK. Der ÖRK unterhält allerdings enge Beziehungen zu ihr. Eine gemeinsame ÖRK/RKK-Arbeitsgruppe tagt jedes Jahr. Den ÖRK-Kommissionen für Glauben und Kirchenverfassung sowie für Mission und Evangelisation gehören Katholiken als stimmberechtigte Vollmitglieder an. Eine römisch-katholische Beraterin arbeitet zusammen mit ÖRK-Stabsmitgliedern an missionstheologischen Fragen und ein römisch-katholischer Professor gehört dem Lehrkörper des Ökumenischen Instituts Bossey an. Mehr Informationen finden Sie unter römisch-katholische Kirche.

Wie kann eine Kirche Mitglied werden?

Aufnahmeanträge werden beim Generalsekretär eingereicht und vom ÖRK-Zentralausschuss geprüft. Für die Aufnahme müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden, die in Artikel I der Satzung des ÖRK beschrieben werden:

Kirchen, die der Basis des ÖRK ausdrücklich zustimmen, können einen Antrag auf Mitgliedschaft im ÖRK stellen.

Die Antrag stellenden Kirchen werden gebeten, Stellung dazu zu beziehen, wie sich ihr Glaube und ihr Zeugnis zu den Zielen und Funktionen des ÖRK verhalten. Eine aufnahmewillige Mitgliedskirche muss nachweisen können, "dass sie stets autonom über ihr Leben und ihre Organisation bestimmt" und dass sie "konstruktive ökumenische Beziehungen" zu anderen Kirchen ihres Landes pflegt. Eine Antrag stellende Kirche muss in der Regel mindestens 50 000 Mitglieder zählen. Kirchen mit mehr als 10 000, aber weniger als 50 000 Mitgliedern können als Mitglied aufgenommen werden, haben aber kein Stimmrecht in der Vollversammlung.

Anträge können vom Zentralausschuss nach dem Konsensverfahren für eine Interimszeit angenommen werden, in der die Mitgliedskirchen des ÖRK konsultiert werden. Nach Ablauf dieser Zeit befindet der Zentralausschuss darüber, ob sich bei den Mitgliedskirchen ein Konsens zu Gunsten des Antrags herausgebildet hat. Wenn dies der Fall ist, wird die Antrag stellende Kirche als neue Mitgliedskirche in die Gemeinschaft des ÖRK aufgenommen.

Hat der ÖRK jemals eine Kirche ausgeschlossen?

Nein. Einige wenige Kirchen sind aus dem ÖRK ausgetreten. Drei holländisch-reformierte Kirchen aus Südafrika traten Anfang der 1960er Jahre wegen Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Apartheid aus. In den 1970er Jahren traten die Heilsarmee und die Presbyterianische Kirche Irlands aus, weil der Rat für humanitäre Zwecke Mittel aus dem Sonderfonds zur Bekämpfung des Rassismus an Befreiungsbewegungen im südlichen Afrika vergeben hatte.  

Wie funktionieren die ÖRK-Leitungsgremien?

Das höchste Entscheidungsgremium ist die Vollversammlung, die ungefähr einmal alle sieben Jahre zusammentritt. Die Neunte Vollversammlung fand vom 14.-23. Februar 2006 unter dem Thema "In deiner Gnade, Gott, verwandle die Welt" in Porto Alegre (Brasilien) statt. ÖRK-Vollversammlungen sind sowohl Arbeitstagungen als auch Feiern. Mehr als 4000 Teilnehmende, einschließlich 691 Delegierter aus den 348 Mitgliedskirchen des ÖRK, kamen zur Vollversammlung in Porto Alegre zusammen. Zwischen den Vollversammlungen tagt jedes Jahr der Zentralausschuss (dessen 150 Mitglieder von der Vollversammlung gewählt werden), um die Umsetzung der von der Vollversammlung beschlossenen Richtlinien zu prüfen und sie weiterzuentwickeln. Vorsitzender des gegenwärtigen Zentralausschusses ist Walter Altmann, der Präsident der Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien. Weitere Informationen finden Sie unter Leitungsgremien.

Wie viel Geld verbraucht der ÖRK?

2010 beliefen sich die Gesamteinnahmen des ÖRK auf 32,5 Millionen Schweizer Franken, während im Haushalt 2011 etwa 30,5 Millionen Schweizer Franken Einnahmen veranschlagt sind. Den laufenden Ausgaben des ÖRK, einschließlich Instandhaltung der Gebäude, IT, Finanzen und andere Verwaltungsdienstleistungen, stehen Mieteinnahmen und andere aus diesen Dienstleistungen erwachsende Einnahmen gegenüber. Die verbleibenden Nettoausgaben für den laufenden ÖRK-Betrieb beliefen sich 2010 auf 3,6 Millionen und sind für 2011 auf 3,8 Millionen Schweizer Franken veranschlagt.

Wo kommt das Geld her?

Die Gesamthöhe der Beiträge im Jahr 2010 (einschließlich Mitgliedsbeiträge) betrug 26,6 Millionen Schweizer Franken (82 % der Gesamteinnahmen), während 6,3 Millionen Franken in erster Linie aus Vermietungen und Einnahmen des Gästehauses am Ökumenischen Institut Bossey stammten. Im Jahre 2010 verbuchte der ÖRK durch die Wertentwicklung von Investitionen und durch Wechselkursschwankungen einen Verlust von 0,4 Millionen Franken. Von den Beitragseinnahmen stammten 84 % aus Europa und 11 % aus Nordamerika. Die meisten Beiträge kamen aus Deutschland (39 %), den Niederlanden (14 %), Schweden (12 %), den USA (7 %), der Schweiz (5 %), Kanada (4 %) und Finnland (4 %). Beiträge kamen hauptsächlich von Mitgliedskirchen und kirchlichen Einrichtungen. Weitere Informationen finden Sie unter Annual Review and Financial Reports.

Wie hoch ist der jährliche Mitgliedsbeitrag?

Der jährliche Mitgliedsbeitrag wird nach einer Methode berechnet, die fair und transparent ist und nach der die Beiträge für alle Mitgliedskirchen objektiv festgelegt werden. Die Formel, die verwendet wird, geht von der Größe der Kirche und dem relativen Reichtum des Landes/der Länder aus, in dem/denen die Kirche angesiedelt ist.

Für weitere Einzelheiten können Sie "Berechnung des Mitgliedsbeitrags" anklicken oder Kontakt mit der Koordinatorin für Mitgliedsbeiträge aufnehmen.

Wie viele Mitarbeitende hat der ÖRK?

Im Juni 2011 hatte der ÖRK 143 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die in Arbeitsplätzen mit einem Zeitäquivalent von 97 Vollzeitstellen arbeiteten. 131 von ihnen arbeiteten am Hauptsitz des ÖRK in Genf.

Wer ist der oberste Funktionsträger des ÖRK?

Generalsekretär des ÖRK ist Pfarrer Dr. Olav Fykse Tveit von der Kirche von Norwegen. Er trat sein Amt im Januar 2010 an. Pfarrer Dr. Walter Altmann ist Vorsitzender des Zentralausschusses, welcher die Arbeit des Rates in der Zeit zwischen den Vollversammlungen beaufsichtigt.

Wo hat der ÖRK seinen Sitz?

Da der ÖRK letztlich nichts anderes ist als die Gesamtheit seiner Mitgliedskirchen, hat er keinen "Hauptsitz" im engeren Sinne. Sein Verwaltungszentrum befindet sich in Genf, 150 route de Ferney. Weitere Informationen finden Sie unter Besuche im Ökumenischen Zentrum.

Hat der ÖRK Vertretungen in anderen Teilen der Welt?

Ja, der ÖRK hat mehrere Außenstellen:

Warum ist ein Boot im ÖRK-Logo?

Das ÖRK-Logo stellt die Kirche als Schiff auf den Wogen der Welt dar, dessen Mast ein Kreuz ist, das christliche Symbol schlechthin. Wann dieses Bild zum ersten Mal für die ökumenische Bewegung benutzt worden ist, weiß man nicht, doch zur Zeit der Gründung 1948 war es schon in Gebrauch; es ist auf den Titelblättern der Protokolle der Sitzungen in den "Aufbaujahren" des Rates abgedruckt. Wahrscheinlich sollte es an die biblischen Geschichten vom Fischzug des Petrus und der Stillung des Sturms auf dem See Genezareth erinnern.

Weitere Informationen finden Sie unter Logo.

Was ist der Studienprozess über das gemeinsame Verständnis und die gemeinsame Vision des ÖRK?

Während der Achten ÖRK-Vollversammlung im Dezember 1998 in Harare (Simbabwe) lag den dort versammelten Delegierten der Mitgliedskirchen eine Grundsatzerklärung zur Abstimmung vor, in der das gemeinsame Verständnis und die gemeinsame Vision der ökumenischen Bewegung umrissen werden. Dieser Text, der auf den Erfahrungen und Lehren aus 50 Jahren des Zusammenlebens im ÖRK aufbaut, soll als Bezugsrahmen und als eine Art von Charta für ökumenisches Engagement in den kommenden Jahren dienen. Der Studien- und Konsultationsprozess, der dieser Grundsatzerklärung vorausging (und in ÖRK-Kreisen als CUV-Prozess bekannt ist), war 1989 vom Zentralausschuss auf seiner Tagung in Moskau beschlossen worden. Mehr Informationen finden Sie unter CUV.

Wie kann ich mich um eine Stelle beim ÖRK bewerben?

Freie Stellen werden auf der ÖRK-Webseite angezeigt. Einzelheiten über offene Stellen sowie die allgemeinen Arbeitsbedingungen und Bewerbungsformulare sind beim Personalbüro erhältlich und müssen dorthin zurückgesandt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter Freie Stellen.

Kann ich mich um ein ÖRK-Stipendium bewerben?

Das ÖRK-Stipendienprogramm nimmt ausschließlich Anträge von Kirchen und kirchlichen Organisationen entgegen. Anträge von Einzelpersonen für ihren persönlichen Bildungsweg können nicht berücksichtigt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter Stipendien.