Kommission für Weltmission und Evangelisation

Seit der Weltmissionskonferenz 1910 in Edinburgh gehörte die moderne Missionsbewegung zu den Strömungen, die die Ökumene mit am stärksten vorangebracht haben. Als der Internationale Missionsrat (IMR), der als Ergebnis von Edinburgh gegründet wurde, sich 1961 mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen zusammenschloss, ging die Verantwortung für die Programmarbeit und die Aufgaben des IMR an den ÖRK über.

Der Zusammenschluss von Internationalem Missionsrat und ÖRK führte zur Schaffung einer dreigliedrigen Struktur innerhalb des ÖRK:

Mit den CWME-Konferenzen, an denen Delegierte der römisch-katholischen Kirche sowie von Pfingstkirchen, evangelikalen Gruppen und Missionsbewegungen als Vollmitglieder teilnehmen, praktiziert der ÖRK bereits eine Form "erweiterter Ökumene".

Die CWME-Kommission setzt sich aus rund 25 Mitgliedern zusammen, die ÖRK-Mitgliedskirchen, der CWME-Konferenz angegliederte Missionseinrichtungen und die "erweiterte Ökumene" vertreten. Römische Katholiken, Evangelikale und Pfingstler sind Vollmitglieder der CWME-Kommission und nehmen an all ihren Aktivitäten teil.

Arbeitsmethoden

Die Kommission will Räume der Begegnung für missionarisch engagierte Kirchen, Menschen oder Bewegungen bereitstellen, in denen sie Gedanken, Erfahrungen, Fragen und Erkenntnisse zu Inhalt und Methoden des christlichen Zeugnisses heute austauschen können. Damit will sie Kirchen und Missionseinrichtungen befähigen, ihre Mission gemeinsam und in der Nachfolge Christi zu erfüllen, d.h. ihre Arbeitsmethoden an den Inhalten des Evangeliums zu messen.

Die CWME organisiert Konferenzen, Konsultationen und Studienprozesse, veröffentlicht Studien und andere Materialien, stärkt Beziehungen durch Besuche, Korrespondenz und andere Formen von Kontakten.

Themen

Im Vorfeld der Veranstaltungen zum 100-jährigen Jubiläum der Weltmissionskonferenz 1910 in Edinburgh stehen folgende Themenschwerpunkte im Vordergrund:

  • Beziehung zwischen Mission und Einheit bzw. zwischen Kirche und Mission (eine Studie zu diesem Thema soll in Zusammenarbeit mit der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung ausgearbeitet werden);
  • Theologie der Evangelisation in einer Welt, die von religiöser Vielfalt geprägt ist. Dies schließt ein neues Nachdenken über die Bedeutung der Evangelisation und die Methoden der Verkündigung des Evangeliums ein. Die CWME arbeitet auch zusammen mit anderen Programmen des ÖRK und der römisch-katholischen Kirche, der Weltweiten Evangelischen Allianz und den Pfingstkirchen an einem "Verhaltenskodex für Bekehrung".
  • Suche nach einer missionarischen Spiritualität als Heilung und Verwandlung;
  • Reflexion über die christliche Identität in einer Welt religiöser Vielfalt (auch in Zusammenarbeit mit anderen Programmen des ÖRK).