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Priester Prof. Dr. Ioan Sauca, Interims-Generalsekretär

Mit Wirkung vom 1.April 2020 ist Priester Prof. Dr. Ioan Sauca Interims-Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK).
Priester Prof. Dr. Ioan Sauca, Interims-Generalsekretär

Priester Prof. Dr. Ioan Sauca, Interims-Generalsekretärdes ÖRK. Photo: Albin Hillert/ÖRK

Mit Wirkung vom 1.April 2020 ist Priester Prof. Dr. Ioan Sauca Interims-Generalsekretärdes Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK).

Sauca, der derzeit auch als stellvertretender Generalsekretär für das ÖRK-Programm ökumenische Ausbildung und als Leiter des Ökumenischen Instituts in Bossey tätig ist, wird nach dem Ausscheiden von Pastor Dr. Olav Fykse Tveit am 31. März 2020 den Posten des Interims-Generalsekretär innehaben, bis der ÖRK Zentralausschuss weitere Schritte zur Wahl des nächsten Generalsekretärs unternommen hat.

Sauca, der der Rumänischen Orthodoxen Kirche angehört, ist seit 1998 Professor für Missiologie und ökumenische Theologie in Bossey und seit 2001 Direktor des Instituts. Seit 2014 ist er stellvertretender Generalsekretär des ÖRK. In dieser Funktion leitet er eine Reihe von ÖRK-Programmen in den Bereichen Einigkeit, Mission, ökumenische Beziehungen, Jugend, Dialog und Zusammenarbeit zwischen den Religionen, Gottesdienst und Spiritualität sowie ökumenische Ausbildung.

Seine erste Stelle beim ÖRK übernahm Sauca 1994 als Geschäftsführer, damals mit den Aufgabengebieten Orthodoxe Studien und Beziehungen in der Mission. Zuvor hatte er an der Theologischen Fakultät in Sibiu (Rumänien) Missionswissenschaft und Ökumene gelehrt und später als Leiter der neu gegründeten Presse- und Kommunikationsabteilung seines Patriarchats gewirkt. Darüber hinaus war er verantwortlich für die Abteilung für Außenbeziehungen und ökumenische Beziehungen und die Abteilung für den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen.

Studiert hat Sauca an den theologischen Fakultäten in Sibiu und Bukarest (Rumänien). Sein Doktor der Theologie wurde ihm von der Universität Birmingham (Vereinigtes Königreich) für die Dissertation „The Missionary Implications of Eastern Orthodox Ecclesiology“ (Die missionarischen Implikationen der östlich-orthodoxen Kirchenlehre) verliehen. Zudem ist er Alumnus der Graduate School am Ökumenischen Institut in Bossey.

Auch wenn sich seine in fünf Sprachen erschienenen Veröffentlichungen über die ganze Bandbreite der theologischen loci erstrecken, angefangen bei Mission über Christologie bis hin zur Kirchenlehre und ihren inneren Beziehung zur Eschatologie, so stehen bei ihnen doch stets die von ihm so bezeichnete „ökumenische Berufung der orthodoxen Lehre“ sowie orthodoxe Beiträge zur Ökumene im Mittelpunkt. In einer frühen Publikation - „Orthodoxy and Cultures“ (Orthodoxie und Kulturen) - ging er der Beziehung des Evangeliums zu den Kulturen nach (1996) und untersuchte in einer späteren Veröffentlichung, die er zusammen mit Tim Grass herausgab, die Möglichkeiten des „Brückenbauens zwischen orthodoxen und evangelischen Traditionen“ (Building Bridges: Between the Orthodox and Evangelical Traditions) (2012).

Als Leiter des Instituts stand Fr. Sauca einer engeren Zusammenarbeit mit der Universität von Genf vor, bei der die Fakultät und die Studienpläne mit Blick auf das Ausbildungsniveau der Hochschule neu gestaltet wurden, was zu einer akademischen Akkreditierung der Postgraduiertenkurse führte. Um die Studierenden mit biblischem, theologischem und geistlichem Wissen auszustatten, mit dem sie den christlichen Glauben in den heutigen multikulturellen und von vielen Glaubensrichtungen geprägten Gesellschaften ausleben und bezeugen können, regte er auch die Überarbeitung des Studienprogramms des Instituts an, das um religionsübergreifende Angebote erweitert wurde. Außerdem ermuntert er die Studierenden dazu, sich am „Dialog der Identitäten“ und an der Zusammenarbeit von Christinnen und Christen mit Menschen anderer Glaubensrichtungen zu beteiligen.

Während seine eigene Persönlichkeit fest im orthodoxen Christentum verwurzelt ist, setzt sich Fr. Sauca unermüdlich für das Institut als führende ökumenische Forschungsstätte ein, in der die Studierenden die lebensverändernden Erfahrungen der ökumenischen Gemeinschaft erleben und die Gaben der anderen christlichen Traditionen und geistlichen Bräuche in einer Atmosphäre des Respekts und der Offenheit kennenlernen.

„Die ökumenische Ausbildung in Bossey ist eine Ausbildung in der Ökumene des Lebens“, so seine Aussage. Die Studierenden kommen mit starken individuellen Persönlichkeiten her, sagt er, doch „die Erfahrung hat gezeigt, dass ein Zusammenleben mit anderen keine Verwässerung der eigenen Identität bedeutet. Nach der Erfahrung von Bosseys ‚Ökumene des Lebens‘ gehen sie in ihrer Persönlichkeit gestärkt und mit einem besseren Verständnis für ihre eigene Identität nach Hause, aber auch mit einer Offenheit anderen gegenüber. Sie sind begierig auf Gespräche mit anderen und wollen von ihnen lernen, um durch die Spiritualität und die Lebensweise der anderen bereichert zu werden.“

Als Fr. Sauca 2018 die Studierenden zum Globalen Ökumenischen Theologie-Institut in Arusha (Tansania) willkommen hieß, erinnerte er sie an die Bedeutung der ökumenischen Ausbildung und ihre eigene Mission. „Indem wir das Wort in genau dem Umfeld verkünden, übersetzen und verkörpern, in dem die Menschen in der heutigen Zeit leben, rüsten wir uns und werden zu Partnern von Gottes Mission zur Verwandlung der Welt“, sagte er.