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ÖRK zunehmend besorgt wegen der Konflikteskalation in der Region Berg-Karabach

ÖRK zunehmend besorgt wegen der Konflikteskalation in der Region Berg-Karabach

Photo: Albin Hillert/WCC

29. September 2020

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 02. Oktober 2020

Der Interims-Generalsekretär des ÖRK (Ökumenischer Rat der Kirchen), Pastor Prof. Dr. Ioan Sauca, zeigt sich tief besorgt über die erneute und extrem gefährliche Eskalation des Konfliktes in der umstrittenen Region Berg-Karabach seit dem 27. September, Berichten zufolge ausgelöst durch einen Angriff aserbaidschanischer Truppen. Die Folge sind Dutzende von Toten, darunter Zivilpersonen. Es besteht die Gefahr eines sich weiter ausbreitenden bewaffneten Konflikts in der Region.

„Ich beklage den tragischen Verlust von Menschenleben, spreche den trauernden Familien mein aufrichtiges Beileid aus und bete für die Genesung der Verletzten“, sagte Sauca. „Um dieses Blutvergießen zu beenden, fordert der ÖRK alle an den Kämpfen beteiligten Parteien auf, von weiteren militärischen Aktionen Abstand zu nehmen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und miteinander zu sprechen.“

Sauca forderte ebenfalls nachdrücklich sofortige Initiativen der Minsker Gruppe unter der Federführung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und weitere Schritte in Richtung einer friedlichen Lösung dieses seit langer Zeit bestehenden ungelösten Konflikts.

„Ich bin entsetzt über die aggressiv-parteiische Haltung der türkischen Regierung, die als Mitglied der Minsker Gruppe eine neutrale Haltung einnehmen sollte  und hier nicht als Gegenspieler auftreten sollte“, sagte Sauca. „Ich appelliere deshalb an unsere ÖRK-Mitgliedskirchen aus den Ländern in der Minsker Gruppe, gemeinsam mit ihren Regierungen diese Botschaft zu vermitteln und dringende und nachhaltige diplomatische Friedensinitiativen in der Region zu unterstützen.“

Seine Heiligkeit Karekin II., Höchster Patriarch und Katholikos aller Armenier, erklärte, dass dieser Konflikt „uns alle aufruft, die Rechte unserer Nation, unser geheiligtes Land, unsere Zukunft und unsere Würde als Nation zu verteidigen.“ Karekin II. rief sein Volk auf, „sich zu vereinigen, auf dass alle politischen Kräfte  ihre Streitigkeiten beilegen um unserer gemeinsamen Verteidigung willen“, die die Heimat jetzt braucht.

In seiner Botschaft sagte Seine Heiligkeit Katholikos Aram I., Katholikos von Kilikien der Armenischen Apostolischen Kirche: „Die Welt soll wissen, dass die Republik Arzach (Berg-Karabach) ein Land ist, das aus dem Blut, der Gebete und der Seelen der Armenier gefortm wurde...Außerdem gilt nach internationalen Gesetzen und Vorschriften, dass die Menschen dort ein Recht auf Selbstbestimmung haben.“

Vollständige Erklärung des ÖRK über die Eskalation des Konflikts in der Region Berg-Karabach

ÖRK fordert dringend Deeskalation der Zusammenstöße an der Grenze zwischen Aserbaidschan und Armenien (ÖRK-Pressemitteilung vom 16. Juli 2020) (auf EN)

ÖRK-Mitgliedskirchen in Armenien

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